Was ist Katalanisch, warum ist es kein spanischer Dialekt und wo wird Katalanisch überhaupt gesprochen?

Inhaltsverzeichnis

Bei Katalonien denken Sie vermutlich zuerst an die Unabhängigkeitsbewegung, richtig? Das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien im Jahr 2017 war schließlich auch in den deutschen Medien sehr präsent. Aber warum wollen die Katalan:innen eigentlich unabhängig sein, was ist Katalanisch und was ist vor allem der Unterschied zwischen Spanisch und Katalanisch? Ist das Katalanische „nur“ ein Dialekt des Spanischen?

Auf all diese Fragen möchte ich Ihnen als Übersetzerin für die katalanische Sprache mit diesem Blogpost eine Antwort geben. Dazu machen wir einen kleinen Exkurs in die Geschichte der Iberischen Halbinsel. Aber keine Sorge, Langeweile kommt da keine auf: Sie werden überrascht sein, wie oft Sie wahrscheinlich schon mit der katalanischen Sprache und Kultur in Berührung gekommen sind, ohne es zu wissen. Versprochen!

Was ist Katalanisch, warum ist es kein spanischer Dialekt und wo wird es gesprochen?

Was ist Katalanisch?

Das Katalanische ist eine romanische Sprache, die oft fälschlicherweise für einen Dialekt, also eine Variante des Spanischen gehalten wird.  Allerdings ist das Katalanische nicht nur eng mit dem Spanischen, sondern auch mit dem Französischen verwandt. Da die katalanische Sprache also sozusagen beide Sprachen verbindet, gilt sie als Brückensprache zwischen den iberoromanischen und den galloromanischen Sprachen.

Rein in den kleinen historischen Exkurs

Wie alle romanischen Sprachen hat sich auch das Katalanische aus dem Vulgärlatein entwickelt. Damit ist das Latein gemeint, das während der römischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel gesprochen wurde. Sozusagen die mündliche Variante des klassischen Schriftlatein.

Erste schriftliche Zeugnisse der katalanischen Sprache reichen ähnlich wie beim Spanischen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Das ist bereits das erste Indiz dafür, dass es sich um eine eigenständige Sprache handelt, da sie sich in etwa zeitgleich zum Spanischen aus dem Vulgärlatein entwickelt hat.

Woher kommt das Katalanische?

Und woher kommt es?

Geografisch kommt das Katalanische aus dem Königreich Aragón im Nordosten der Iberischen Halbinsel. Von dort aus breitete sich das Katalanische auf der Iberischen Halbinsel gen Süden und über das Mittelmeer gen Osten aus. Das ist noch heute an den Orten erkennbar, an denen man noch heute Katalanisch spricht. Dazu zählen nämlich neben Spanien auch Andorra und Frankreich sowie Italien.

Parallel zu dieser geografischen Expansion entwickelte sich auch die katalanische Sprache immer weiter, sodass das Katalanische im ausgehenden Mittelalter besonders in der Literatur sehr präsent war. Damals hätte das Katalanische durchaus das Potenzial gehabt, eine so bedeutende Weltsprache zu werden wie das Spanische heute. Mit anderen Worten: Hätte der ein oder andere Monarch eine andere Frau geheiratet, würden 550-600 Millionen Menschen weltweit heute vielleicht nicht Spanisch, sondern Katalanisch sprechen. Krass, oder?

Was die katholischen Könige und Kolumbus mit dem Katalanischen zu tun haben

Das wohlmöglich einschneidendste Ereignis in der katalanischen Geschichte war die Vereinigung der beiden Königreiche Kastilien und Aragón Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Heirat von Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón. Dieses Königspaar ist für die Entwicklung ganz Spaniens zentral: Sie haben beispielsweise Christopher Kolumbus (nach vielen Absagen anderer Königshäuser) den Auftrag erteilt, Westindien im Namen der kastilischen Krone zu erobern.

Moment – Westindien?

Ja, eigentlich wollte Kolumbus einen neuen Weg nach Indien finden und ist stattdessen in Amerika gelandet. Deshalb wurden die indigenen Völker dort lange Zeit „Indianer“ (indios auf Spanisch) genannt.

Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon ermöglichten somit überhaupt erst die „Entdeckung“ Amerikas. Außerdem konnten die beiden einen Großteil des heutigen Spaniens wieder von den arabischstämmigen Mauren zurückerobern, nachdem bis dahin viele Gebiete über mehrere Jahrhunderte hinweg dem arabischen Kalifat unterlagen. Weil sie also den muslimischen Glauben aus ihrem Königreich verdrängen konnten, werden sie auch „die katholischen Könige“ (reyes católicos) genannt. Und damit zurück zum Katalanischen.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Spanisch und Katalansich

Castellano oder español – das ist hier die Frage

Auf das Katalanische wirkte sich die Herrschaft der katholischen Könige insofern aus, als dass nach der Vereinigung der beiden Königreiche der Einfluss des Kastilischen immer mehr zunahm. Während das Kastilische, wie der Name schon sagt, im damaligen Königreich Kastilien im Norden und Zentrum der Iberischen Halbinsel gesprochen wurde, sprach man im Königreich Aragón bis dahin eine Form des heutigen Katalanisch.

Aus dem Kastilischen entwickelte sich das heutige Spanisch, das aus diesem Grund auf Spanisch castellano heißt. Um die Vielsprachigkeit in Spanien zu respektieren, würde ich beispielsweise auf Spanisch immer castellano statt español sagen. Allerdings hängt das wiederum stark von der jeweiligen Varietät des Spanischen ab.

Was ist der Unterschied zwischen Spanisch und Katalanisch?

Bei Spanisch (castellano) und Katalanisch (català) handelt es sich um zwei eigenständige Sprachen. Wie bereits erklärt, ist das einerseits historisch begründet, da sich beide Sprachen in etwa parallel zueinander aus dem Vulgärlatein entwickelt haben.

Auch sprachlich gesehen gibt es bedeutende Unterschiede: Das Spanische ist unter den romanischen Sprachen beispielsweise die phonetisch simpelste mit nur fünf Vokalen, wohingegen das Katalanische insgesamt acht Vokale hat.

Der entscheidende Faktor: die katalanische kulturelle Identität

Historisch gesehen entwickeln sich zunächst immer erst Varianten (also beispielsweise das Kastilische) aus einer Sprache (beispielsweise aus dem Lateinischen). Die Zeit zeigt dann, ob sich daraus eine eigenständige Sprache entwickelt oder nicht.

Der wohl wichtigste Faktor, der darüber entscheidet, ob aus einer Varietät eine eigene Sprache wird, sind die Sprecher:innen selbst: Sehen sie ihre Varietät selbst als eine eigene Sprache? Stiftet ihre Varietät ihnen Identität? Gibt es eigene Grammatiken und Wörterbücher für diese Varietät? Schreiben Autor:innen in dieser Varietät? Werden Bücher aktiv in diese Varietät übersetzt?

Schauen wir uns das beim Katalanischen an

Die katalanische kulturelle Identität unterscheidet sich maßgeblich von der (gesamt)spanischen Kultur. Die katalanischsprachigen Menschen in den katalanischsprachigen Regionen (auch Països Catalans genannt) haben über Jahrhunderte hinweg ihre eigene Identität insbesondere auch durch die eigene Sprache in Abgrenzung zur einsprachigen Bevölkerung des heutigen Spaniens begründet.

Das Katalanische als Zeichen des Widerstands oder: Was eine Währung mit Diskriminierung zu tun hat

Auf die Epoche der katholischen Könige folgte für die katalanische Sprache eine sehr dunkle Zeit, in der sie immer wieder zugunsten des Spanischen zensiert oder gar verboten wurde. Zuletzt wurde das Katalanische während der Diktatur unter Franco im 20. Jahrhundert nahezu vollkommen aus dem öffentlichen Leben verbannt. Deshalb war besonders die katalanische Sprache und Kultur in dieser Zeit auch ein Zeichen des Widerstands gegen die Diktatur.

Ein Beispiel für die Diskriminierung des Katalanischen?

Die Währung vor Einführung des Euro in Spanien (also quasi die spanische D-Mark) hieß offiziell Peso. So wie wir (oder unsere Eltern und Großeltern) früher nicht „D-Mark“, sondern eher „Mark“ gesagt haben, nannte man den Peso auch Peseta. Peseta ist aber grammatikalisch gar keine spanische Form, sondern eine katalanische. Und trotzdem stand in den spanischen Wörterbüchern damals nicht, dass Peseta aus dem Katalanischen kommt.

Trotz zahlloser Versuche der Zensur durch den spanischen Staat wurde das Katalanische dennoch immer weiter ausgebaut. Mit Sprachausbau sind Aktivitäten zur Normierung und Verbreitung einer Sprache gemeint, worunter beispielsweise das Verfassen von Wörterbüchern, Grammatiken und Lehrbüchern, aber auch das (Übersetzen und) Veröffentlichen von Literatur zählen können. Das ist also ein geleiteter Prozess, der von einer Sprachgemeinschaft aktiv angestoßen werden muss.

DIE zentrale Figur der katalanischen Sprache und Literatur

Eine DER zentralen Figuren des katalanischen Sprachausbaus war der Mallorquiner Ramón Lull. Er hat im 13. und 14. Jahrhundert viele bis heute wichtige Werke in katalanischer Sprache verfasst und gilt damit als Begründer der katalanischen Literaturkultur.

Nach ihm ist auch das Institut Ramón Lull benannt, das sich der Förderung und Verbreitung des Katalanischen weltweit verschrieben hat und beispielsweise auch die Katalanisch-Lektorate einiger deutscher Universitäten und Übersetzungsstipendien für ausländische Verlage finanziert. Selbst für das Aufführen katalanischer Musikstücke mit einem Orchester gibt es Stipendien. Verrückt!

Wir können also festhalten: Neben der gleichzeitigen Entwicklung des Spanischen und des Katalanischen und einigen strukturellen Unterschieden spricht auch die kulturelle Identität dafür, dass das Katalanische eine eigenständige Sprache ist.

Wo spricht man heute Katalanisch, catalán?

Wo wird heute noch Katalanisch gesprochen?

Die katalanischsprachigen Gebiete (Països Catalans) setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Andorra: Das einzige Land, in dem Katalanisch den Status einer Amtssprache innehat.
  • Die Autonome Gemeinschaft Katalonien, die Balearischen Inseln und die Valencianische Gemeinschaft (hier valencià bzw. Valencianisch genannt) in Spanien: Laut des jeweiligen Autonomiestatuts hat das Katalanische bzw. Valencianische gemeinsam mit dem Spanischen in diesen Regionen den Status einer ko-offiziellen Sprache, das Spanische ist jedoch die einzige Amtssprache Spaniens. Gemeinsam mit dem Baskischen und Galicischen ist das Katalanische also eine der drei in Spanien offiziell anerkannten Regionalsprachen neben dem Spanischen.
  • Nordkatalonien in Südfrankreich
  • Alghero auf Sardinien (Italien)

Wie Sie sehen, spricht man hauptsächlich in den typischen Urlaubsregionen Spaniens Katalanisch. Sie sind also sicherlich bei einem ihrer letzten Spanienurlaube einmal dem Katalanischen (oder Valencianischen) begegnet, ohne es zu wissen. Deshalb sind die Schilder am Flughafen in Palma und Co. also „doppelt“ beschriftet. Sieht gleich aus, ist aber eine andere Sprache!

Katalanisch als offizielle EU-Sprache?

Insgesamt hat das Katalanische heute mehr als 12 Millionen Sprecher:innen, wobei die Zahl je nach Quelle  unterschiedlich ausfällt. Grund dafür ist unter anderem, dass ein Großteil der Sprecher:innen auch im Ausland, insbesondere in Lateinamerika, lebt und es eben in den allermeisten Ländern keine Amtssprache ist.

„Klein“ würde ich das Katalanische also nicht nennen. Damit ist das Katalanische keine Minderheitensprache im eigentlichen Sinne. Es hat deutlich mehr Sprecher:innen als viele offizielle EU-Sprachen. Deshalb gibt es seit 2023 auch eine Initiative der Plataforma per la Llengua, das Katalanische zur 25. offiziellen EU-Sprache zu machen.

Katalanisch oder Valencianisch: Was ist da jetzt der Unterschied?

Das Valencianische ist eine diatopische Varietät, also ein regionaler Dialekt des Katalanischen. Das Valencianische hat eigene Grammatiken, Wörterbücher und sogar eine eigene Sprachinstitution, die Acadèmia Valenciana de la Llengua. Damit ist es eine offiziell anerkannte Varietät des Katalanischen.

Das von der Autonomen Gemeinschaft Kataloniens geförderte Institut d’Estudis Catalans ist hingegen die zentrale Institution des Katalanischen in Katalonien, wobei auch die Varietät auf den Balearen eigene Wörterbücher und Institutionen pflegt.

Moment: Wie viele Dialekte des Katalanischen gibt es denn?

Insgesamt hat das Katalanische grob zwei Dialektgruppen: das in großen Teilen Kataloniens und auf den Balearen gesprochene Ostkatalanische und das in Süd-Westkatalonien und der Valencianischen Gemeinschaft gesprochene Westkatalanische.

Diese beiden Dialektgruppen unterscheiden sich unter anderem in der Lexik. Mädchen bzw. Junge heißt im Ostkatalanischen z. B. noi/-a und im Westkatalanischen xiquet/-a. Oft hat das Westkatalanische eher Wörter, die aus dem Arabischen oder Spanischen stammen, beispielsweise espill für Spiegel (wie im Spanischen espejo) statt mirall wie im Ostkatalanischen. Einige Verbformen werden außerdem anders gebildet. So ist die Endung für die erste Person Singular im Ostkatalanischen -o (treballo = ich arbeite), im Westkatalanischen ein -e (treballe).

Der Unterschied zwischen Spanisch, Katalanisch und Valencianisch

Lernt man Katalanisch in der Schule?

Die Verbreitung des Katalanischen ist regional sehr unterschiedlich. Katalonien ist beispielsweise eine der Regionen Spaniens mit der größten Zuwanderung, sowohl aus anderen Teilen Spaniens als auch aus anderen (europäischen) Ländern. Dadurch sind insbesondere in der Metropolregion Barcelona zahlreiche Sprachen in Gebrauch.

Allerdings ist die Verbreitung des Katalanischen in Katalonien unter allen Regionen in Spanien noch am höchsten. Grund dafür ist, dass das Katalanische durch das in den 1980er Jahren eingeführte integrative model de conjunció en català neben dem Spanischen auch verpflichtender Teil der Lehrpläne an den Schulen und in der Regel auch Schulsprache ist.

Außerdem spricht man in ländlichen Regionen tendenziell mehr Katalanisch als im städtischen Raum und immer weniger junge Menschen sprechen regelmäßig Katalanisch im Alltag.

Katalanischsprachige Menschen sind immer (mindestens) zweisprachig

Aufgrund der mehr als 12 Millionen Sprecher:innen ist das Katalanische keine klassische Minderheitensprache wie beispielsweise das Galicische oder Baskische. Natürlich ist das Spanische die insgesamt präsentere Sprache mit mehr Sprecher:innen. Die schiere Anzahl der Katalanisch-Sprecher:innen ist trotzdem zu hoch, um es eine Minderheitensprache zu nennen.

In der Sprachwissenschaft sprechen wir in diesem Fall von einer minorisierten Sprache und einer Diglossie. Diglossie meint einen Kontext, in dem zwei Sprachen mehr oder weniger koexistieren, eine Sprache (hier das Spanische) aber klar die andere Sprache (hier das Katalanische) dominiert.

Katalanisch-Sprecher:innen sind also per se zweisprachig und lernen (in Katalonien) sowohl Spanisch als auch Katalanisch. Dabei ist das Spanische die Prestigesprache, dem sich das Katalanische unterzuordnen hat. Wer Erfolg haben will, muss Spanisch sprechen, so denken zumindest viele Menschen.

Klein? Nein, aber bedroht.

Unter anderem deswegen sinkt die Anzahl der Menschen, die das Katalanische regelmäßig in ihrem Alltag nutzen, nach einem sprunghaften Anstieg nach dem Ende der Franco-Diktatur in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher. Das Katalanische ist also zumindest in einer Situation der Bedrohung. Umso wichtiger sind beispielsweise die Initiativen des Institut Ramon Llull zur Stärkung und Verbreitung der katalanischen Sprache.

Nationalismus ist in Spanien nicht gleich Nationalismus: Deshalb wollten die Katalan:innen die Unabhängigkeit

Der spanische Staat tut bis heute (zumindest aus freien Stücken) nicht sonderlich viel für die Anerkennung des Katalanischen. In Katalonien haben alle Menschen das Recht, in öffentlichen Kontexten, beispielsweise auf dem Amt, Katalanisch zu sprechen. Umgesetzt wird das allerdings häufig nicht, da viele staatliche Institutionen eben vom spanischen Staat selbst und nicht von den autonomen Gemeinschaften betrieben werden (Föderalismus, da klingelt etwas!).

Zwar sind alle drei anerkannten Regionalsprachen Spaniens (Katalanisch, Galicisch und Baskisch) seit 2023 auch offiziell im spanischen Parlament gestattet, das ist aber insbesondere von nationalistischen Kräften nicht gern gesehen. Der Terminus ,Nationalismus’ ist in Spanien immer zweideutig: Bedeutet er im gesamtspanischen Kontext eine konservativ einsprachige Politik, impliziert er in den zweisprachigen Regionen eine Politik der Förderung der Regionalsprachen bis hin zur Abspaltung der Region. Die Unabhängigkeitsbewegungen in den zweisprachigen Regionen Spaniens sind also keine neuen Ideen, sondern tauchen als Produkt der Unterdrückung durch den Staat in der Geschichte Spaniens immer wieder auf.

Die lange Geschichte der Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien

In der neuesten Geschichte war das Unabhängigkeitsreferendum im Jahr 2017 sicherlich der Vorstoß, der international am meisten Aufsehen erregt hat. Zwar fiel die Abstimmung über eine mögliche Abspaltung Kataloniens von Spanien positiv aus, final ausgeführt wurde das Vorhaben allerdings nicht. Ganz offensichtlich würde eine Abspaltung gegen spanisches Recht verstoßen. Zuletzt verlor die Unabhängigkeitsbewegung um Präsident Puidgemont in den Wahlen der letzten Jahre an Bedeutung.

Der Unterschied zwischen Spanisch und Katalanisch: castellano, español, català oder valencià?

Wo findet das Katalanische heute Anwendung?

Zunächst ist das Katalanische die (erste) Sprache der Wahl für einige Millionen Menschen und damit fester Bestandteil ihres Alltags. Das zeigt z. B. die jährlich durchgeführte Studie der Plataforma per la Llengua, in der es nicht nur um die Veränderungen in der Verbreitung der Sprache und Kultur, sondern beispielsweise auch um ihre Rolle in den sozialen Medien geht. 2024 war das Katalanische mit einem Anteil von 0,1 % an allen Inhalten auf Platz 35 der im Internet am meisten verwendeten Sprachen.

Das Bewusstsein über die prekäre Lage des Katalanischen mit abnehmender Sprecher:innenzahl nimmt nicht zuletzt durch den Vorstoß, Katalanisch zur offiziellen EU-Sprache zu machen, auch international immer weiter zu. Amazon Prime bietet z. B. immer mehr Filme und Serien mit katalanischen Untertiteln an.

Katalanisches Marketing? Ja, bitte!

Auch im Marketing spielt das Katalanische zunehmend eine wichtigere Rolle, weil katalanischsprachige Inhalte bei einer katalanischsprachigen Person natürlich einfacher positive Emotionen hervorrufen können als spanischsprachige. Umgekehrt rufen spanischsprachige Inhalte bei einer Person, die Katalanisch bevorzugt, vielleicht sogar schneller negative Eindrücke hervor. Fast 70 % der von der Plataforma Befragten in Katalonien finden es beispielsweise wichtig, dass Produkte auch eine Beschreibung in katalanischer Sprache aufweisen.

Was Sie unbedingt über das Katalanische wissen müssen

  • Das Katalanische (català) hat sich historisch gesehen parallel zum Spanischen entwickelt und ist daher eine eigenständige Sprache.
  • Katalanisch wird heute noch in Spanien, Frankreich, Andorra und Italien gesprochen, ist aber nur in Andorra offizielle Amtssprache.
  • Das Valencianische (valencià), ein Dialekt des Katalanischen, spricht man in der Valencianischen Gemeinschaft.
  • Die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien ist die Konsequenz der jahrhundertelangen Unterdrückung der katalanischen Sprache durch den spanischen Staat.
  • Zwar ist das Katalanische mit über 12 Millionen Sprecher:innen keine klassische Minderheitensprache, aber es ist durchaus in einer prekären Lage, weil immer weniger Menschen aktiv Katalanisch sprechen.

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(H)ola!

Anita Schlitt ist freiberufliche Copywriterin, Transkreatorin und beeidigte Übersetzerin für Englisch, Spanisch, Katalanisch und Galicisch. Ihre Devise: Schluss mit KI-Einheitsbrei und unnötigen Zwischenstopps durch Texte mit Hirn und Herz. Ihre beglaubigten Übersetzungen von Ausbildungszeugnissen, Geburtsurkunden etc. werden deutschlandweit anerkannt. Sie übersetzt und konzipiert Texte für Newsletter, Website und Social Media für Marken aus den Bereichen Beauty, Wellness und Reisen. Außerdem setzt sie sich bei deutschen Verlagen für mehr spanisch-, katalanisch- und galicischsprachige Literatur ein und übersetzt feministische Belletristik und Sachbücher ins Deutsche. Neben ihrer eigentlichen Arbeit ist sie unter anderem BDÜ-Referentin und Verfechterin von Personal Branding für Übersetzer:innen.

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